Geschichtskontor

Das ‚Gedächtnis der Stadt‘

Das Geschichtskontor im Kulturhaus Walle recherchiert, archiviert und veröffentlicht Bremer Geschichte und Geschichten, dabei beleuchten sie wie die Hafengeschichten rund um die „Überseestadt“ das Verhältnis von Stadtentwicklung und Geschichte. Das Bildarchiv mit seinen über 18.000 Bildern bietet dabei einen hervorragenden Fundus. Das jüngere Tonarchiv bewahrt die ‚oral history’, die Erzählungen von Zeitzeugen. In all den Gesprächen und beim Archivieren der Bilder wächst ein „Gedächtnis der Stadt“. Stadtteilrundgänge, Ausstellungen, Veranstaltungsreihen wie der „Walle-Blues“ oder auch die Kooperationen mit dem Arbeitskreis Archive, dem Verein MS Friedrich und die Unterstützung von Firmen- und Vereinenjubiläen gehören zum festen Bestandteil unserer Arbeit.

  • C. Eckler-von Gleich, Tel. 388 7078
  • A. Saur, Tel. 388 7074

Veranstaltungen

In diesem Frühjahr-/Sommerprogramm gibt es vom Geschichtskontor besondere Veranstaltungen:

Die Reihe Erzäh-Café auf MS Friedrich wird unter Leitung von Achim Saur fortgesetzt:

  • Freitag,  16.3., 17.00: Rolf Spalek - Ein tödlicher Werkstoff
  • Das Erzähl-Café findet auf MS Friedrich, Schlachte, Anleger 4 b statt.

 

Veranstaltungsreihe:

Versöhnung im Alleingang – Die Ausstellung

Die Blocklandmorde, November 1945

Jahrelang hatte das NS-Regime die Zwangsarbeiter mit Lager und härtesten Arbeitsbedingungen geknechtet und gedemütigt. Mit der Befreiung 1945 tauchte hier auch der Gedanke nach Vergeltung auf. Die Bremer wiederum sahen ihre NS-Stereotypen bestätigt. Als eine dieser Gruppe im November 1945 bei einem Überfall auf einen Blockland-Hof zwölf Menschen erschossen hatten, ereignete sich Etwas für die Bremer nicht Nachvollziehbares. Wilhelm Hamelmann, ein gläubiger Christ der Waller Wilhadi-Gemeinde hatte als Einziger überlebt. Nun plädierte gerade er vor dem amerikanischen Militärgericht für Gnade für die Täter.

Mehr unter:
ww.spurensuche-bremen.de/739 und
http://www.digitales-heimatmuseum.de/node/235

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Bildungswerk der Ev. Kirche und der Wilhadi-Gemeinde statt. Bitte gesonderten Flyer beachten.

  • Eröffnung: 20.4., Wilhadi-Gemeinde, Laufzeit bis zum 13.5.

Versöhnung im Alleingang – Werkstattgespräch



Displaced Persons in Bremen

Die Ereignisse im Zusammenhang mit den Blocklandmorden führen mitten hinein in die Bremer Nachkriegszeit. Im sozialdemokratischen Senat sprach man von der „Polenplage“.
Ein Werkstattgespräch mit den Ausstellungsmachern Helmut Dachale und Brigitte Reuß sowie dem Koordinator Achim Saur. Diese Veranstaltung hat am 8.2. im Kulturhaus Walle stattgefunden.

Kontakt: Achim Saur

Veranstaltungen

Versöhnung im Alleingang – Film

„Engel aus Eisen“ - Die Berliner Gladow-Bande
Nach einer authentischen Geschichte schuf Regisseur Thomas Brasch ein packendes Bild des Berlins der Nachkriegstage. Sie erzählt von der „Karriere“ des Werner Gladow, der als einer von unzähligen Schwarzmarkthändlern begann, sich dann aber als der Al Capone von Berlin sah. Eine Korrektur auch zu der Annahme, die Nachkriegskriminalität rund um den Schwarzen Markt sei vor allem „den Polen“ zuzuschreiben.
Mit einer Einführung ins Thema von Achim Saur

  • City 46, Kommunalkino, den Termin können Sie der Tagespresse oder dem Flyer entnehmen

Versöhnung im Alleingang – Szenische Lesung

Schwarzmarktzeiten
Das Geschichtskontor führt zurück in die Nachkriegszeit. Aus Pressartikeln, Bildern, Erinnerungen von Zeitzeugen und Dokumenten präsentieren wir eine Inszenierung, die nachvollziehbar macht, in welche Zeit die Nachricht von den „Blocklandmorden“ gehört.
Für diese Veranstaltung suchen wir noch Zeitzeugen, die über Erfahrungen mit dem Schwarzmarkt verfügen.

  • Bitte melden Sie sich bei: Sabine Murken, Tel 388 7074

Versöhnung im Alleingang – Vortrag Stefan Mörchen

Schwarzer Markt in Bremen
Zum Beispiel Zucker: Der wurde in den Schwarzmarkt-Jahren bis zur Währungsreform in Bremen tonnenweise verschoben. Das war nicht nur Ware, die nebenbei im Hafen abgezweigt wurde. Da mußte man schon säckeweise stehlen. Stefan Mörchen hat die Bremer Archive durchforstet und eine Doktorarbeit zum „Schwarzmarkt in Bremen“ geschrieben. Und dort befasst er sich mit der Frage, wie sind die Zeitgenossen damit umgegangen, daß der Hunger und das Elend der Nachkriegszeit die Bremer in das illegale Wirtschaften geradezu gezwungen haben. Auch ein Problem für die Polizei und Gerichte: Man konnte ja nicht alle vor Gericht zerren! Und so entstand die Unterscheidung zwischen „echtem Kriminellen“ und „zeitbedingtem Rechtsbrecher“ Stefan Mörchen referiert über eine Zeit, in der Unrecht und Notwendigkeit im Widerstreit lagen.

In der Reihe „Wissen um 11“, Haus der Wissenschaft, Sandstraße, Sa. 26. Mai, 11 Uhr