Amok in der Marienschule

Ein Fundamentalist im Jahr 1912

Am 20. Juni 1913 stürmte ein schwer bewaffneter Mann die Schule der katholischen Marienkirche, drang in ein Klassenzimmer ein und eröffnete das Feuer auf 65 dort versammelte Mädchen. 80 Schüsse gab der Mann ab, am Ende starben 5 Schülerinnen.
Angerichtet hatte das Massaker ein geistig verwirrter Lehramtskandidat von 30 Jahren, der in seinen nachgelassenen Briefen alles Übel dieser Welt aus einer römisch-katholischen Verschwörung zu erklären versuchte. Daher auch der Amoklauf gerade in der katholischen Schule. Zu verstehen ist seine Tat nur aus einem evangelikalen Fundamentalismus, der nach der Reichsgründung von 1871 eine besondere politische Bedeutung gewann. Die Auseinandersetzungen zwischen der protestantischen Vormacht Preußen und dem katholischen Süden führten zu einem von Bismarck inszenierten Kulturkampf, in dem auch religiöse Spannungen instrumentalisiert wurden. Noch in der Kirchenchronik der Marienkirche aus den 50er Jahren findet sich ein Nachhall dieser Kämpfe aus der Zeit nach 1871.
In Kooperation mit anderen Beteiligten möchte das Geschichtskontor das Thema untersuchen.
Die Ergebnisse zeigen wir im Rahmen einer dazu erweiterten Wanderausstellung des Bremer „Arbeitskreises Archive“. Unter dem Titel „Träume und Tränen“ geht es in dieser Ausstellung um Migrationsgeschichten – die Marienschule wäre ohne den Zuzug von Arbeitskräften der Jutefabrik von Polen bis Böhmen nicht denkbar gewesen.

  • Kontakt: Achim Saur (3887074)

Kaisenhausmuseum Waller Feldmark

2006/07 kam auf Initiative des Bremer Frauenmuseums ein Kreis zusammen (Bremer Zentrum f. Baukultur, Mitglieder aus dem Stadtteilbeirat Walle, Geschichtskontor/Kulturhaus Walle Brodelpott, Historikerin K. Tiedemann u.a.), um ein historisches Kaisenhaus vor dem Abriß zu bewahren und in ihm einen Erinnerungsort zur Geschichte der Bremer Kaisenhäuser  zu schaffen.

Am Behrensweg 5 A wurde ein geeignetes Objekt gefunden. Nachdem die Sanierung des Hauses abgeschlossen ist (mit Mitteln aus der Stiftung Wohnliche Stadt, Beirat Walle, Impulsmittel der bremischen Bürgerschaft) und ein Ausstellungskonzept erarbeitet wurde, wird nun die Umsetzung der Dauer-Ausstellung in ANgriff genommen .

Etliche Gegenstände konnten schon gesammelt werden und wurden als Spende oder Leihgabe dem Kleinmuseum überlassen.

Am zweiten Oktoberwochenende 2011, am Sa. 8. und So. 9. Oktober wird das Kleinmuseum mit der Eröffnung der Fotoausstellung "Zur Geschichte der Bremer Kaisenhäuser" der Öffentlichkeit vorgestellt. Über die Wintermonate von November bis März ist das Kleinmuseum dann geschlossen und die Exponate werden in dieser Zeit fertig gestellt, so dass ab Frühjahr 2012 das Kleinmuseum regelmäßig geöffnet sein wird.

  • Kontakt: Monika Ludolf - Tel. 3963236, Cecilie Eckler-von Gleich - Tel. 3887078