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Von der Ritter Raschen-Straße zum Weser-Stadion – jüdische Sportvereine und Sportler:innen in der NS-Zeit und heute

24. Januar, 2022 I 19:00 UTC+0

Wer sich für die Geschichte des Sports in Bremen interessiert, stößt irgendwann auf eine Adresse, die heute nichts mehr mit Tischtennis, Turnen oder Fußball zu tun hat: die Ritter Raschen-Straße 3 in Walle. Dort, wo bis heute die Bremer Kokosweberei ansässig ist,  lebte bis 1936  die Familie des Unternehmers Felix Scheiniak, der nicht nur die Kokosweberei, sondern auch Bar Kochba Bremen mitgegründet hat, einen der beiden letzten jüdischen Sportvereine in Bremen. Kurz nach Verhängung der Nürnberger Gesetze verkaufte Scheiniak sein Unternehmen,  gab den Vereinsvorsitz ab und  verließ mit seiner Familie Bremen Richtung Palästina. Auf der Basis einer hervorragenden Studie von Lorenz Pfeiffer und Henry Wahlig und anderen Quellen hat das Geschichtskontor die Geschichte von Felix Scheiniak und Bar Kochba Bremen nachgezeichnet und wird sie demnächst im Digitalen Heimatmuseum veröffentlichen.  Die Präsentation dieser Geschichte möchten wir mit einer Gesprächsrunde über Juden im Sport während des Nationalsozialismus und heute verbinden. Für den historischen Teil haben wir Carina Deike, Thomas Hafke und Helmut Hafner eingeladen. Deike hat für das Geschichtskontor zum Leben von Felix Scheiniak geforscht und arbeitet zusammen mit Thomas Hafke an einem demnächst erscheinenden Buch über jüdische Fußballer bei Werder Bremen. Hafke hat sich zudem intensiv mit der Geschichte des ehemaligen jüdischen Werder-Präsidenten Alfred Ries befasst. Helmut Hafner hat als Mitarbeiter des Bremer Bürgermeisters den in Walle geborenen Sohn von Felix Scheiniak, Moshe Shany, kennengelernt und berichtet über diese Begegnung. Für den aktuellen Teil konnten wir Esther Belgorodski, Luis Engelhardt und Eugen Uschpol gewinnen. Engelhardt ist Projektleiter  von  „Zusammen1 – Für das, was uns verbindet“, einer Initiative für Vielfalt auf deutschen Sportplätzen, die von MAKKABI Deutschland getragen wird. Belgorodski hat im November 2021 die jüdische Campuswoche an der Universität Bremen organisiert. Gemeinsam mit dem Fußballer Eugen Uschpol, der beim Brinkumer SV in der Bremen-Liga spielt, wird sie Einblicke über die heutige Situation junger Jüdinnen und Juden in Sport und Gesellschaft geben. Besonders freuen wir uns auch, dass Werder Bremen-Präsident Hubertus Hess-Grunewald an der Gesprächsrunde teilnimmt und die Verbindung zum „Erinnerungstag im Deutschen Fußball“ herstellt, an dem sich jedes Jahr um den Befreiungstag am 27. Januar herum die Fußballer ihrer historischen Verantwortung stellen und ein Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Homophobie und allen anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit setzen.

Eintritt frei, Spenden willkommen!

Die Veranstaltung wird unterstützt vom Netzwerk Zukunftsgestaltung und seelische Gesundheit.

 

Details

Datum:
24. Januar, 2022
Zeit:
19:00 UTC+0
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